Adidas Terrex Agravic GTX im Test mit Stephanie Lieb

Adidas Terrex Agravic GTX im Test mit Stephanie Lieb

Adidas und Trail-Schuhe? Zugegeben, anfangs war ich mehr als skeptisch. Aber was ich da mit dem Adidas Terrex Agravic an die Füße bekam, hat mich überzeugt und echt begeistert. Bei herbst- und winterlich nassen Verhältnissen sorgt die GTX-Variante dafür, dass man mit Spaß und Freude trockenen Fußes durch Schnee und jede Pfützen jagen kann. Geeignet ist der Terrex Agravic für neutrale Läufer von leicht bis schwer mit normalem Fußtyp.

Die GTX Version ist ausgestattet mit wasserdichter Gore-Tex Membran, strapazierfähigem Obermaterial aus Mesch und Textil mit abriebfester Verschweißung und der bewährten boost Technologie, die für die nötige Dämpfung auch auf Ultrastrecken sorgt. Ein Highlight ist die Sohle vom Reifenhersteller Continental mit einem Nockenprofil, das an einen Mountainbikereifen angelehnt ist. Das Design ist eher schlicht, was meiner Meinung nach gut zu einem Trailschuh passt. An der verstärkten Zehenkappe und rundum den Schuh sogt eine Gummierung für Schutz vor Stößen gegen Steine, Wurzeln oder Fels. Bei Schuhgröße 38 in Alltagsschuhen trage ich den Agravic in Größe 6 (39 1/3). Er hat eine Sprengung von 6mm und wiegt laut Hersteller 305g. Meine Küchenwaage sagt 308 g… Das kann man so durchgehen lassen, denke ich. Hineingeschlüpft in den Schuh (komfortabel mit Hilfe der an den Fersen angebrachten Schlaufen) fühle ich mich sofort wohl. Auch wenn die GTX Variante im Vergleich zur „Sommer-Version“ ohne Gore-Tex Membran etwas härter rüberkommt, wird sie deswegen nicht unbequem. Die komplett am Schuh befestigte Zunge drückt nirgends, und die Schnürsenkel halten mit Doppelknoten gut und zuverlässig, auch wenn ein Lauf mal 20 Stunden oder länger dauert. Dass es keinen Schnellverschluss gibt, stört mich persönlich nicht, im Gegenteil: Bei anderen Schuhen hatte ich damit schon Probleme, weil sie sich durch eingetrockneten Dreck im Verschluss nicht mehr öffnen oder schließen ließen. Was die Passform betrifft, so liegt der Agravic eng an, ohne dabei aber einzuengen. Bei mir sitzt er im Fersenbereich nicht ganz fest, so dass er da nicht drücken kann, aber auch nicht so locker, dass es auf langen Strecken zu Blasen führen könnte. Der Halt imSchuhist für mich perfekt.


Im Einsatz ist er ein Held auf jedem Untergrund, angefangen von Feld-, Wiesen- oder Schotterwegen über wurzelige Wanderpfade bis hin ins hochalpine und felsige Gelände. Selbst kurze Asphaltpassagen lassen sich zwischendurch bequem und ohne größere Abnutzung der Sohle laufen, die zwar relativ steif ist, was auf schwierigem Untergrund aber eher ein Vorteil ist. Und überhaupt: die Sohle! Tatsächlich hatte ich noch nie einen Schuh an den Füßen, der solchen Grip hatte! Absolut verlässlich bei allen Verhältnissen, v.a. auch, was mir besonders wichtig ist, bei Nässe und erst recht auf nassem Fels. Gerade als Läuferin, die sehr gerne sehr schnell downhill unterwegs ist, muss ich mich darauf hundertprozentig verlassen können. Und das kann ich. Seit ich den Agravic laufe, habe ich kaum mehr Bodenkontakt im verlängerten Rückenbereich. Das war vorher leider anders. Auch war ich nie ein Freund von Gore-Tex Schuhen, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich die wasserdichte und atmungsaktive Membran zu schätzen gelernt habe. Selbst nach mehreren Stunden Berglaufen im Schnee (zusätzlich mit Gamaschen geschützt, so dass von oben keine Nässe eindringen kann), waren meine Füße trocken. Um eine verlässliche Auskunft über die Verschleißerscheinungen des aktuellen Modells geben zu können, muss ich dieses erst noch länger im Einsatz haben. Beim Vorgänger hat nach zwei 100 Kilometer-Bergläufen das Obermaterial an der Stelle, an der der Fuß hinter den Zehen beim Laufen abknickt, nachgegeben uns ist eingerissen. Allerdings war bei diesen Einsätzen die Belastung im hochalpinen Gelände schon wirklich sehr extrem. Und laut Herstellerfirma wurde inzwischen an dieser „Problemzone“ gearbeitet und das Material stark verbessert. Die Abnutzung der Sohle war dafür verhältnismäßig gering.

Mein Fazit zum Adidas Terrex Agravic fällt insgesamt ganz eindeutig aus: Klare Kaufempfehlung! Er hat das Potential zum Lieblingstrailschuh! Meiner jedenfalls ist er. Bei den momentan herrschenden Witterungsverhältnissen in der GTX Version und im Sommer auch ohne Gore-Tex Membran ist er ein vollkommen verlässlicher und flexibler Begleiter in wirklich jeder Art von Gelände. Ob 10, 100 oder mehr Kilometer, ob laufend oder wandernd, wird er nie unbequem und hat mit der Continental-Sohle den besten Grip, den man sich wünschen kann.

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