Das Giga Jul von Edelrid – Ein Kurztest in der Fränkischen Schweiz

Jan Carlsen vom Team Wohlleben testet für Euch das neue Sicherungsgerät Giga Jul von Edelrid.

 

Tuber & Autotuber

Als „Tuber und Autotuber in Einem“ und „vielseitigstes Sicherungsgerät am Markt“ wird das Giga Jul vom Allgäuer Hersteller Edelrid angepriesen. Entsprechend gespannt war ich die Neuheit mal einen Nachmittag an den heimischen Felsen im Frankenjura ausprobieren zu können.

Technisches zum Giga Jul

Auf den ersten Blick erscheint das Giga Jul optisch wie ein außergewöhnliches Tube, das neben den Funktionen eines herkömmlichen Tubes noch ein wenig mehr zu bieten hat. Als vorwiegend Sportkletterer, der sonst eigentlich immer mit einem Halbautomaten unterwegs ist, brauchte ich erstmal einen Moment, um alle Funktionen des Sicherungsgerätes verstehen zu können.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Tube hat Edelrid sich beim Einsatz der verwendeten Materialien ebenfalls Gedanken gemacht und so findet sich an besonders verschleißintensiven Stellen Edelstahl als Material wieder, wohingegen der Rest des Geräts aus Aluminium besteht, um so Gewicht zu sparen. Das fertige Produkt wiegt dann etwas um die 120g und ist laut Herstellerseite für Seile von 7.1 – 10mm Durchmesser freigegeben. Neben den klassischen Halbseilen lässt sich somit auch der „fränkische Strick“ gut im Giga Jul verwenden.

Das Giga Jul im Test

Zugegebenermaßen gibt’s beim herkömmlichen Sportklettern für mich nichts Komfortableres zum Sichern wie einen Halbautomaten. Doch manchmal und gerade beim Alpinklettern ziemlich oft, ist es extrem vorteilhaft auch auf die herkömmliche Tuberfunktion zurückgreifen zu können, da gerade beim Sichern vom Standplatz eine hohe Bremsdynamik unabdingbar ist um Stürze weich aufzufangen. Auch das Abseilen nach dem Klettern oder das Nachsichern des Seilpartners ist mit einem „normalen“ Tuber einfach entspannter.

Beim Gigajul wählt der Kletterer bzw. Sicherer je nach aktueller Situation zwischen herkömmlichem Tuber-Modus und dem Autotuber-Modus. Zum Wechseln dieser Modi lässt sich ganz einfach der grün-silberne Schiebeschalter im Tube hin- und herschieben, der in der jeweiligen Endstellung spürbar einrastet.

Im Autotuber-Modus erzeugt das Sicherungsgerät eine solch hohe Bremskraft, dass der Sicherer kaum mit der Bremshand das Seil festhalten muss – daher ist dieser Modus besonders komfortabel, da die Bremsleistung im Falle eines Sturzes nicht im Zusammenhang mit der Handkraft des Sicherers steht. Die Bremshand am Bremsseil ist aber natürlich beim Autotuber absolut Pflicht. Um einen Sturz hier dynamisch zu halten, ist jedoch im Autotuber-Modus eine gewisse Körperdynamik notwendig. Wer mit einem solchen Modus also noch nie gesichert hat, sollte sich auf jeden Fall mit den Abläufen vertraut machen und die Handhabung entsprechend üben!

Im Tuber-Modus dagegen bestimmt der Sicherer durch die Stärke des Einsatzes seiner Bremshand, wie dynamisch ein Sturz gehalten wird. Durch die Umlenkung des Seils durch das Sicherungsgerät und den Karabiner wird entsprechend Reibung erzeugt, wenn die Bremshand mit dem Bremsseil nach unten zeigt. Dies ist besonders im Fall unabdingbar, wenn vom Stand weg gesichert wird und das Sicherungsgerät damit an einem Fixpunkt hängt und dynamisches Sichern mit einem Autotuber nicht möglich wäre. Bei Beherrschen der Tuber Fähigkeiten kann daher also auch ein schwieriger Sturz sehr dynamisch gesichert werden, indem etwas Seil noch durchs Tube läuft, bis der Sturz vollends gestoppt wird.

Voraussetzung für eine fehlerfreie Funktion im Tuber-Modus sind daher, dass der Seildurchmesser zum Sicherungsgerät passt. Auch ist im Falle eines Sicherungsfehlers kein „automatisches Stoppen“ wie beim Autotuber vorhanden.

Fazit

Mit dem Giga Jul liefert Edelrid ein universelles, leichtes Sicherungsgerät, das sich je nach Anforderungen einfach zwischen Tuber- und Autotuber-Modus umschalten lässt. Die Bedienung des Schlittens war für mich, nachdem ich einmal verstanden hatte, dass ich mich an der Beschriftung auf den beiden Seiten des Tubes orientieren muss, um so die richtige Einstellung und Richtung der Seilführung im Tube zu wählen, intuitiv.

Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass es gerade beim Alpinklettern und beim Verwenden von Halb- oder Zwillingsseilen, seine Stärken nochmal besonders ausspielen wird. Beim ersten Test hat mich neben der makellosen Verarbeitung vor allem das Handling überzeugt. Durch das mögliche „Offenhalten“ des Geräts mit dem Daumen lässt sich wirklich schnell Seil ausgeben. Wird also Zeit das Ganze mal im „richtigen Gelände“ auszutesten 😊 .

 

 

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