Der Klettertrip von Sofie Paulus geht weiter- nächster Halt Spanien

Der Klettertrip von Sofie Paulus geht weiter- nächster Halt Spanien

4. Dezember 2018 0 Von Anna Schefczik

Nach ihrem ersten Aufenthalt in Frankreich zieht es die Kletterin Sofie Paulus vom TEAM WOHLLEBEN zu ihrer nächsten Station nach Spanien. Sie erzählt von den ersten Erlebnissen bei ihrem zweiten Zwischenstopp:

Ab in den Süden, der Sonne hinterher. Das war der Plan, als wir vor 6 Wochen Céüse verließen. Mit Céüse sagten wir auch erst einmal Frankreich auf Wiedersehen. Auch wenn es noch einige weitere top Klettergebiete im südlichen Frankreich gibt, wie zum Beispiel die Tarnschlucht oder Saint-Léger, so war die Sehnsucht nach spanischer Sonne irgendwie größer. Nach einer äußerst stürmischen Nacht nahe der französisch-spanischen Grenze mit wenig Schlaf trotz idyllischer Lage im Olivenhain ging es also erst mal nach Siurana. Das katalanische Dorf in der Nähe von Barcelona bietet tolle Felsen, die Routen sind meist senkrecht und die wohl überwiegend leistige Kletterei im Kalkstein erfordert eine gute Klettertechnik.

Spanien- ein weiteres Kletterparadies

Dass einige spanische Kletterrouten von vielen als eher leicht für den jeweiligen Grad betitelt werden, ist mittlerweile bekannt. So wurden viele Touren, die ich in Siurana vor drei Jahren geklettert bin, abgewertet. Tja, so ist das. Und es zeigt einmal mehr, wie schwierig es ist bei dieser Sportart einheitliche ‚Messlatten‘ zu setzen. Wenn man mal genug hat von komprimierten boulderigen kurzen Linien der fränkischen Schweiz, sind die Touren auf jeden Fall ein Genuss und genau das Richtige. Das 80 Meter Seil sollte man für Spanien auf jeden Fall nicht zuhause lassen. Für mich ist Spanien ohne Zweifel so was wie ein Kletterparadies. Und normalerweise scheint dort auch fast schon obligatorisch die Sonne. Normalerweise. Irgendwie hat es diesmal nicht so geklappt mit der spanischen Sonne.

Alternativprogramm bei schlechtem Wetter

Regentage und Sonnentage halten sich hier gerade so die Waage. Gut für die Pflanzen, wie man immer so schön sagt, aber für das Leben im Bus ist es eine ziemliche Herausforderung. Auf engstem Raum sammeln sich durchnässte Klamotten, missmutige Kletterer, Langeweile. Für uns hieß die Lösung Kniffeln, Tee, Kaffee, Kekse, oh und natürlich Standheizung, wenn nicht wieder die Autobatterie alle war. Der Gedanke an eine warme gemütliche Therme kam nicht nur einmal. Die erste Suche nach einer Therme ging allerdings ziemlich schief. GOOGLE MAPS lotste uns in einen überfluteten Olivenhain. Ja, so hatten wir uns unsere Therme nicht ganz vorgestellt. Das nächste Schwimmbad in der Googleliste war ein etwas trostloses, heruntergekommenes Schwimmbecken in einer Sporthalle. Wenigstens waren die Duschen heiß. Und die Vorfreude auf den nächsten Besuch in der Therme Bad Colberg ist nun umso größer. Am Tag unserer Schwimmbadsuche wurden zu allem Überfluss noch unsere angeschlossenen Fahrräder aus dem Wald geklaut. Wir hatten sie dort im strömenden Regen hinter einem Baum stehen gelassen, um wenigstens die Einkäufe im Supermarkt trocken erledigen zu können (mit Fahrrädern wären wir nicht in die Tiefgarage gekommen) . Dass jemand Fahrräder aus dem Wald mitnimmt, hätten wir wirklich nicht gedacht und die Stimmung war erst mal im Keller. Vielleicht brauchte sie jemand dringender als wir. Wir hoffen es einfach.

Nächstes Ziel: Chulilla

Davon abgesehen hatten wir einige wirklich tolle Klettertage. Ich bin super zufrieden mit den schweren Touren, die ich klettern konnte. Vor allem die onsight-Durchstiege von mehreren 7c+ und einer 8a haben mich unglaublich gefreut. Ich hoffe, sie werden nicht abgewertet. Aber bei den meisten bin ich mir da ziemlich sicher. Außerdem sind die Linien und die Touren an sich dann doch sehr viel wichtiger als die Grade, die ihnen jemand gibt.
Das nächste Ziel heißt Chulilla. Es gibt dort zahlreiche Kalksinter, die sehr interessante Bewegungen erfordern und außerdem ist das Wetter auch gut gemeldet. Juhu!