First Ride – Testbericht Specialized Venge vom Athleten Christian Panusch

First Ride – Testbericht Specialized Venge vom Athleten Christian Panusch

21. November 2018 0 Von Anna Schefczik

Christian Panusch vom TEAM WOHLLEBEN testet das Specialized Venge

Das Specialized Venge ist seit einigen Jahren eines der schnellsten Räder auf dem Markt. Das war eines der ausschlaggebenden Argumente für den Kauf und natürlich die hervorragende Beratung bei meinem Raddealer Intersport Wohlleben. Für das Projekt Race Around Austria (RAA) schien das Rad perfekt für die flachen und langen Abschnitte zu sein.
Das Specialized Venge steht und stand schon immer für Aerodynamik und Geschwindigkeit. Aber Aerodynamik und Geschwindigkeit allein macht noch lange kein perfektes Bike aus. Mit dem neuen Specialized Venge der dritten Generation hat man einen Renner entworfen, der überall schneller ist, über jedes Terrain, indem es gleichzeitig die Aerodynamik verbessert, Gewicht abbaut und Reaktionsfähigkeit und Handling perfektioniert. Das brandneue Venge der dritten Generation übertrifft nämlich in allen erdenklichen Bereichen.“

Nachdem ich die gesamte Saison auf dem Tarmac unterwegs gewesen bin, war ich natürlich umso mehr auf die ersten Kilometer mit dem neuen Specialized Venge gespannt. Die Theorie ist natürlich das eine und klang schon erst einmal überzeugend, aber so wirklich kann man ein Rad natürlich nur beurteilen, wenn man es selbst fährt. Aber so viel kann ich schon mal vorwegnehmen, auch in der Praxis hat das neue Venge voll überzeugen können.

Ausstattung des Specialized Venge

Die Rohrformen des neuen Venge sollen vor allem im Seitenwind einen noch größeren Aero-Vorteil bringen. Auch die Roval-Laufräder und die Integration der Züge unterstützen die Windschnittigkeit des Rades. Als neues Feature sticht das extrem steife Aerofly II-Cockpit hervor, das eine perforierte Oberflächenstruktur aufweist. Das Lenkerband reicht aufgrund integrierter Bar-Tape-Stops nur bis kurz hinter die Bremsgriffe.
Auf flachen Passagen kann man auch mit wenig Krafteinsatz super rollen, das wäre aber langweilig, denn das Venge lädt so richtig zum Schnellfahren ein. Die Kraftübertragung ist erstklassig und wandelt jeden Tritt direkt in Vortrieb um. Das merkt man besonders auch beim Beschleunigen, wenn man nach den Kurven wieder antreten muss. Es bedarf etwas Fingerspitzengefühl das Rad perfekt auf den Körper abzustimmen, hier wäre eine bessere Onlineberatung und mehr Möglichkeiten die Komponenten wie Lenkerbreite und Vorbauhöhe auf den Radfahrer abzustimmen wünschenswert. Die ersten Kilometer waren fantastisch, auf jeder Tour wurde ich auch auf die außergewöhnliche Farbe von meinem Renner angesprochen. Zugegeben ich war anfangs auch etwas skeptisch ein lila Rennrad gekauft zu haben, was ich jedoch keine Sekunde mehr bereue.

Vergleich zweier Lieblingsräder

Natürlich wurden auch Höhenmeter gesammelt, was sich aber mit dem neuen und deutlich leichteren Venge super bewerkstelligen lässt. Die Klettereigenschaften kommen (fast) an die des Tarmacs heran aber halt nur fast.
Gigantisch ist zudem die Performance in der Abfahrt. Hier spielen auch das erstklassige Handling und das Bremsverhalten der Discs mit rein, durch die man jede Kurve gut dossiert und mit optimalem Speed anfahren kann. Glücklicherweise muss man schon fast sagen, regnete es auch auf einer Ausfahrt, wodurch ich auch die kompletten Vorzüge der Scheibenbremsen auskosten konnten. Diese bieten auch bei Nässe in schnellen und technischen Abfahrten die nötige Sicherheit, wenn es darauf ankommt. Das war mir besonders wichtig, da ich nach einem schweren Unfall im Sommer 2016 gerade auf die Bremseigenschaften sehr großen Wert lege.

Specialized Venge Intersport Wohlleben

Fazit: Es wird täglich ein Kampf, sich bei jeder Ausfahrt zwischen Tarmac und Venge zu entscheiden.
Das Tarmac war Liebe auf den ersten Blick, was sich das Venge erst erarbeiten muss. Die Vorzeichen stehen jedoch sehr gut. Ich befinde mich in der glücklichen Lage, täglich zwischen den zwei genialen Rädern entscheiden zu dürfen, was mir nicht immer leicht fällt. Das Tarmac hat sich auf den Langstrecken schon mehrmals beweisen dürfen und die Erwartungen immer erfüllt. Bin dann mal gespannt nächstes Jahr den ersten 300er mit dem Venge drehen zu dürfen.